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Der günstigste Backupspeicher: Filebase.com

Icon of computer servers and cloud computing as a concept

Oder: Die günstigste Backuplösung für Synology NAS

Schon seit einiger Zeit wollte ich einen Artikel über die meiner Meinung nach wohl günstigste, nachhaltigste und trotzdem stabile Backuplösung für Synology NAS (über HyperBackup) schreiben. Jetzt mache ich es, weil die Lösung vermutlich verschwindet.

Update April 2021: Nach zwischenzeitlicher Enttäuschung durch ein neues Preismodell, hat Filebase.com auf das Kundenfeedback gehört und die Preisstruktur erneut überarbeitet. Ab sofort kostet 1TB Speicher 5,99$ – inklusive 1TB Traffic.

Facts über das Angebot von Filebase.com

Seit April 2021 bietet Filebase.com meiner Meinung nach das günstigste Backup nicht nur, aber eben auch für NAS an. Aktuell wird 1TB Speicher für 5,99 $ angeboten – inklusive 1TB Traffic (Summe aus Up- und Download). Das Angebot ist mMn konkurrenzlos günstig, da man zugleich eine neue und nachhaltige Speichervariante auf einer Blockchain unterstützt.

  • 5,99 $ pro TB / Monat
  • 1 TB Traffic inklusive
  • Weiterer Speicher: 0,0059 $ / GB
  • Weiterer Traffic: 0,0059 $ / GB
Abbildung:

Was ist der günstigste Backupspeicher für ein Synology NAS?

Der meiner Meinung nach günstigste, einfachste und dazu zuverlässige Backupspeicher für ein Synology NAS ist filebase.com.
Filebase.com bietet S3 kompatiblen (und damit in Hyperbackup nutzbaren) Speicher an. Und das bis dato (Stand 2020) zu einem konkurrenzlosen Preis von 5$ pro TB bei kostenlosem Up- und Download (Fairuse). Aktuell kostet 1TB 5,99 $ (Stand April 2021).

Die Einrichtung über Filebase.com und Hyperbackup ist kinderleicht. Anmelden, ein Bucket als Backupziel erstellen, S3-Zugangsdaten erhalten und im Hyperbackup einrichten. Fertig.

Wie kann filebase.com so günstig sein? Ein nachhaltiges und zukunftsweisendes Modell

Filebase betreibt kein kostenintensives großes Rechenzentrum, sondern nutzt Speicher, den tausende Nutzer auf der Welt frei haben, vermieten. Bisher hat Filebase das SIA-Netzwerk genutzt. Da es Speicher hier bereits für 2$/TB zu mieten gibt, kann der konkurrenzlos günstige Preis realisiert werden.

Günstig und dezentral

Neben dem Preis ist ein weiterer großer Vorteil, dass die Daten mit einem cleveren Algorithmus dezentral auf Hosts überall auf der Welt verteilt werden. So hat niemals ein Host deine kompletten Daten (auch wenn diese trotzdem bereits vom Netzwerk verschlüsselt worden sind). Durch einen weiteren cleveren Algorithmus ist zudem gewährleistet, dass – wenn ein Host ausfällt – verlorene Teile eines Datensatzes wiederhergestellt und auf einem anderen Host gespeichert werden. Deine Daten sind so absolut sicher und können quasi kaum verloren gehen.

Schnell dank Caching-Ansatz

Der Upload zu SIA ist dafür unter Umständen langsamer. Um trotzdem schnelle und stabile Backupjobs anbieten zu können, haben sich die Jungs und Mädels von Filebase.com etwas einfallen lassen: Der Upload eines Backupjobs erfolgt nicht direkt zum Backend-Storage-Netzwerk (SIA), sondern zunächst auf schelle Cache-Server. Im Hintergrund werden die Daten dann langsam aber sicher in den SIA-Cloudspeicher übertragen.
Für Backups eine sehr gute Lösung, die einen guten Preis mit Datensicherheit, -Verfügbarkeit und Geschwindigkeit verbindet.

Abbildung: Eigene Werbeaussagen von Filebase.com

Tipp: Wie du Speicher vermieten und damit Geld verdienen kannst, erfährst du übrigens hier.

Abbildung 3: Das Funktionsrinzip von Filebase.com

Was hat sich verändert?

März 2021: Filebase.com hat nun “Filebase 2.0” gelauncht. Damit steht ab sofort auch das (durchaus teurere) Storj-Netzwerk als Storage-Backend zur Verfügung (übrigens als Default-Auswahl, was mich als Storagenode-Betreiber durchaus freut ;)).
Storj ist ebenfalls ein dezentraler und blockchainbasierter Cloudspeicher.

Ein großer Vorteil ist sicherlich, dass man seine Backups nun noch weiter diversifizieren und auf zwei dezentrale Speichernetzwerke verteilen kann.

Mit dem Relaunch wurde ebenfalls das Bezahlmodell verändert: Von einem Plan-basierten Speicherplatz-Modell hin zu einem “Pay-as-you-go”-Modell (siehe auch: https://filebase.com/blog/hello-storj/).

Update April 2021: Die Veränderung ist – vermutlich aufgrund von Kundenfeedback(?) – im Prinzip wieder revidiert worden. Es gibt ab sofort wieder ein einfaches Abrechnungsmodell für einen 1TB-Plan und einheitliche Gebühren für darüber hinaus gehenden Speicherplatz.

Ich hatte eine sehr freundliche E-Mail-Konversation mit Zac Cohen, dem Co-Gründer von Filebase, da er persönlich um Feedback gebeten hatte. Man scheint Kundenfeedback hier wirklich ernst zu nehmen.

Abbildung 4: Bei der Erstellung eines Buckets kann man nun zwischen zwei Storage-Netzwerken wählen.

Der Preisvergleich auf dem Papier und in der Praxis

Ich werde im Folgenden das vorherige Preismodell mit dem neuen vergleichen.

Der Preisvergleich auf dem Papier:

Preis vorherPreis nachher (März 2021)Preis ab April 2021
1TB Speicher5 $14,75 $ (5$+9,75$)5,99 $
Upload-Traffic– (fair use)1TB Traffic inkludiert*
Download-Traffic– (fair use)1TB kostenlos, danach 0,015$ GB1TB Traffic inkludiert*
Tabelle 1: Preisvergleich in derTheorie

*Es ist 1TB Traffic inkludiert. Wie man diesen auf Up-/Download aufteilt, bleibt einem selbst überlassen.

Der Preisvergleich in der Praxis:

Preis vorherPreis nachher (März 2021) Preis ab April 2021
Genutzter Speicher: 883GB5 $14,13 $5,99 $
Genutzter Uploadim kostenlosen Rahmen
Genutzter Downloadim kostenlosen Rahmenim kostenlosen Rahmenim kostenlosen Rahmen
Tabelle 2: Preisvergleich in der Praxis

März 2021: In der Praxis ist Filebase damit mit der neuen Preisstruktur nicht nur komplizierter geworden, sondern in meinem Usecase als Backupspeicher auch quasi um den Faktor 3 teurer.
Damit steht für mich fest, dass die Zeit des günstigsten Backups vorbei ist. Der Service ist so für meinen Use-case nicht mehr konkurrenzfähig. Leider.

Update April 2021: Meine Backup-Welt ist wieder in Ordnung 😉 Der neue Preis stellt im Vergleich zu meinen “ersten Schritten” bei Filebase eine Verteuerung von 99 Cent dar. Dafür ist der Funktionsumfang jedoch auch merklich gewachsen.

Kann ich Filebase.com vertrauen?

Das ist natürlich eine brisante und nicht hoch genug zu hängende Frage: Wem traue ich mein Backup an? Diese Frage stellt sich grundsätzlich und nicht nur bei Filebase, sondern jedem anderen Webspace/Hosting-Anbieter.

Grundsätzlich ist es technisch möglich, dass der Hosting-Anbieter alle übermittelten Daten – und damit deine Backups – mitliest.

Daher solltest du deine Backups IMMER vor dem Upload verschlüsseln. Diese Möglichkeit bietet die Hyperbackup-Sofware von Synology z.B. schon von Haus aus an. Verschlüsselte Backups kannst du quasi überall speichern, hier kann niemand hereinschauen.

Bei Filebase stellt sich noch eine andere Frage: Dadurch, dass die Daten blockchainbasiert in einem großen Netzwerk auf vielen dezentralen Speichern – unter anderem bei Privatpersonen zuhause – gespeichert werden, können diese anderen Netzwerkglieder dann nicht meine Backups lesen?
Die Antwort ist Gott sei dank: Nein!

Wenn Du deine Daten vor dem Upload verschlüsselst, gibt es diese Möglichkeit schon einmal grundsätzlich nicht mehr. Dazu kommt – je nach Implementierung -, dass die von Filebase verwendeten Netzwerke Sia und Storj Open-Source sind und eine eigene Verschlüsselung ebenfalls integriert haben. Zudem wird jedem Teilnehmer im Netzwerk (“Node”) nur ein ganz kleines Fragment deiner Daten zum Speichern zugeteilt. Dadurch ist es dem Netzwerk als gesamtes Möglich, deine Daten im Falle eines Ausfall eines Nodes wiederherzustellen, dem Node gleichzeitig aber unmöglich von einem winzig kleinen Datenfragment, welches dazu noch verschlüsselt ist, auf den gesamten Datensatz zurückzuschließen.

Was ist eine Alternative?

Alternativen gibt es theoretisch viele, praktisch möchte ich aber mein Backup direkt mit den Hausmitteln meines Synology NAS lösen. Sprich: Es soll mittels Hyperbackup möglich sein. Da dünnt sich das Feld etwas aus, denn es muss damit eine Onlinespeicher-Lösung sein, die entweder direkt von Hyperbackup unterstützt wird, oder aber S3-kompatibel ist. Filebase.com ist letzeres.

Da ich ohnehin ebenfalls Backupjobs auf den Synology C2 Speicher nutze, und hier eigentlich ebenfalls ganz zufrieden bin – und Preis/Leistung passt, würde ich dort vermutlich mein Paket aufstocken. Allerdings sind meine Backups dann über weniger Anbieter diversifiziert und bei Synology C2 hatte ich schon das eine oder andere Mal das Problem, dass ein Backupjob einfach nicht mehr konsistent gewesen ist. Für ein Backup, das eigentlich einfach im Hintergrund laufen und funktionieren soll, ist das natürlich alles andere als rosig.

Zum Vergleich das Pricing von Synology C2:

  • 1TB Speicher: 5,99€/Monat
  • Upload kostenfrei
  • Download kostenfrei

Quelle: https://c2.synology.com/de-de/storage#plan

Das Fazit: Bleibe ich bei Filebase?

Update April 2021: Diese Woche hat Filebase.com angekündigt, dass PReismodell erneut zu überarbeiten. Zukünftig gibt es wieder einen “1TB-Plan”, der für Backups optimal ist. So kann weiterhin ein günstiges Backup erstellt und zeitgleich von einer geographischen Verteilung profitiert werden. Klasse!

Update März 2021: Mittlerweile habe ich die erste Rechnung nach dem neuen Preismodell erhalten und diese ist tatsächlich um den Faktor 3 (!) höher.
Damit ist Filebase für mich – trotz des gestiegenen Funktionsumfangs – leider für meinen Usecase des simplen backups nicht mehr konkurrenzfähig.

Stand Januar 2021: Für ein Abschließendes Fazit ist es noch zu früh. Die neue Preisstruktur tritt ab dem 28. Januar 2020 in Kraft. Ich werde dann einen Monat lang meinen Backupspeicher und die Backuptasks unverändert weiterlaufen lassen und dann schauen, wie die Abrechnung ausschaut und das Ergebnis natürlich hier veröffentlichen 😉

  1. Kevin

    Vielen Dank, genau nach so einer Lösung habe ich gesucht. Top, dass die Daten nochmal innerhalb des Netzwerks verschlüsselt werden.

    Zac Cohen hat mich sofort nach Registrierung persönlich angeschrieben und sich bedankt. Er war an deinem Blogeintrag sehr interessiert.

    • Kommentar des Beitrags-Autors

      Jan-Dirk

      Hallo Kevin,
      freut mich, dass die Lösung auch für dich passt.
      Ich bin mittlerweile seit einigen Monaten dabei und kann nur gutes Berichten, bisher hat jedes Backup problemlos geklappt, auch Wiederherstellungen habe ich natürlich ausprobiert.

      Neben dem günstigen Preis ist auch der Gedanke, dass meine Daten absolut sicher – einmal durch das NAS verschlüsselt und zusätzlich durch den Dienst – und geographisch verteilt, vor allem aber auf “überschüssigem” Speicher anderer Nutzer und nicht in irgendwelchen Rechenzentren liegt. Klingt für mich wesentlich nachhaltiger.

      Edit: Mit Zac Cohen habe ich auch bereits Kontakt gehabt – unabhängig von meinem Blogbeitrag und wegen des Dienstes an sich. Wirklich ein sehr angenehmer Kontakt, sehr schnell antwortend und top problemlorientiert 😉

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