Ein Blog über Code, Hardware und Co

NAS, Server und Co

Der günstigste Backupspeicher: Das Ende.

Icon of computer servers and cloud computing as a concept

Oder: Verschwindet die günstigste Backuplösung für Synology NAS?

Schon seit einiger Zeit wollte ich einen Artikel über die meiner Meinung nach wohl günstigste, nachhaltigste und trotzdem stabile Backuplösung für Synology NAS (über HyperBackup) schreiben. Jetzt mache ich es, weil die Lösung vermutlich verschwindet.

Was ist der günstigste Backupspeicher gewesen?

Der meiner Meinung nach günstigste, einfachste und dazu zuverlässige Backupspeicher für ein Synology NAS ist filebase.com gewesen.
Filebase.com bietet S3 kompatiblen (und damit in Hyperbackup nutzbaren) Speicher an. Und das bis dato zu einem konkurrenzlosen Preis von 5$ pro TB bei kostenlosem Up- und Download (Fairuse).

Die Einrichtung über Filebase.com und Hyperbackup ist kinderleicht. Anmelden, ein Bucket als Backupziel erstellen, S3-Zugangsdaten erhalten und im Hyperbackup einrichten. Fertig.

Wie kann filebase.com so günstig sein? Ein nachhaltiges und zukunftsweisendes Modell

Filebase betreibt kein kostenintensives großes Rechenzentrum, sondern nutzt Speicher, den tausende Nutzer auf der Welt frei haben, vermieten. Bisher hat Filebase das SIA-Netzwerk genutzt. Da es Speicher hier bereits für 2$/TB zu mieten gibt, kann der konkurrenzlos günstige Preis realisiert werden.

Günstig und dezentral

Neben dem Preis ist ein weiterer großer Vorteil, dass die Daten mit einem cleveren Algorithmus dezentral auf Hosts überall auf der Welt verteilt werden. So hat niemals ein Host deine kompletten Daten (auch wenn diese trotzdem bereits vom Netzwerk verschlüsselt worden sind). Durch einen weiteren cleveren Algorithmus ist zudem gewährleistet, dass – wenn ein Host ausfällt – verlorene Teile eines Datensatzes wiederhergestellt und auf einem anderen Host gespeichert werden. Deine Daten sind so absolut sicher und können quasi kaum verloren gehen.

Schnell dank Caching-Ansatz

Der Upload zu SIA ist dafür unter Umständen langsamer. Um trotzdem schnelle und stabile Backupjobs anbieten zu können, haben sich die Jungs und Mädels von Filebase.com etwas einfallen lassen: Der Upload eines Backupjobs erfolgt nicht direkt zum Backend-Storage-Netzwerk (SIA), sondern zunächst auf schelle Cache-Server. Im Hintergrund werden die Daten dann langsam aber sicher in den SIA-Cloudspeicher übertragen.
Für Backups eine sehr gute Lösung, die einen guten Preis mit Datensicherheit, -Verfügbarkeit und Geschwindigkeit verbindet.

Tipp: Wie du Speicher vermieten und damit Geld verdienen kannst, erfährst du übrigens hier.

Abbildung 3: Das Funktionsrinzip von Filebase.com

Was hat sich verändert?

Filebase.com hat nun “Filebase 2.0” gelauncht. Damit steht ab sofort auch das (durchaus teurere) Storj-Netzwerk als Storage-Backend zur Verfügung (übrigens als Default-Auswahl, was mich als Storagenode-Betreiber durchaus freut ;)).
Storj ist ebenfalls ein dezentraler und blockchainbasierter Cloudspeicher.

Ein großer Vorteil ist sicherlich, dass man seine Backups nun noch weiter diversifizieren und auf zwei dezentrale Speichernetzwerke verteilen kann.

Mit dem Relaunch wurde ebenfalls das Bezahlmodell verändert: Von einem Plan-basierten Speicherplatz-Modell hin zu einem “Pay-as-you-go”-Modell (siehe auch: https://filebase.com/blog/hello-storj/).

Abbildung 4: Bei der Erstellung eines Buckets kann man nun zwischen zwei Storage-Netzwerken wählen.

Der Preisvergleich auf dem Papier und in der Praxis

Ich werde im Folgenden das vorherige Preismodell mit dem neuen vergleichen.

Der Preisvergleich auf dem Papier:

Preis vorherPreis nachher
1TB Speicher5$14,75$ (5$+9,75$)
Upload-Traffic– (fair use)
Download-Traffic– (fair use)1TB kostenlos, danach 0,015$ GB
Tabelle 1: Preisvergleich in derTheorie

Der Preisvergleich in der Praxis (Folgt im Februar 2020):

Preis vorherPreis nachher
Genutzter Speicher: 883GB5$
Genutzter Upload
Genutzter Download
Tabelle 2: Preisvergleich in der Praxis

Was ist nun eine Alternative?

Alternativen gibt es theoretisch viele, praktisch möchte ich aber mein Backup direkt mit den Hausmitteln meines Synology NAS lösen. Sprich: Es soll mittels Hyperbackup möglich sein. Da dünnt sich das Feld etwas aus, denn es muss damit eine Onlinespeicher-Lösung sein, die entweder direkt von Hyperbackup unterstützt wird, oder aber S3-kompatibel ist. Filebase.com ist letzeres.

Da ich ohnehin ebenfalls Backupjobs auf den Synology C2 Speicher nutze, und hier eigentlich ebenfalls ganz zufrieden bin – und Preis/Leistung passt, würde ich dort vermutlich mein Paket aufstocken. Allerdings sind meine Backups dann über weniger Anbieter diversifiziert und bei Synology C2 hatte ich schon das eine oder andere Mal das Problem, dass ein Backupjob einfach nicht mehr konsistent gewesen ist. Für ein Backup, das eigentlich einfach im Hintergrund laufen und funktionieren soll, ist das natürlich alles andere als rosig.

Zum Vergleich das Pricing von Synology C2:

  • 1TB Speicher: 5,99€/Monat
  • Upload kostenfrei
  • Download kostenfrei

Quelle: https://c2.synology.com/de-de/storage#plan

Das Fazit: Bleibe ich bei Filebase?

Für ein Abschließendes Fazit ist es noch zu früh. Die neue Preisstruktur tritt ab dem 28. Januar 2020 in Kraft. Ich werde dann einen Monat lang meinen Backupspeicher und die Backuptasks unverändert weiterlaufen lassen und dann schauen, wie die Abrechnung ausschaut und das Ergebnis natürlich hier veröffentlichen 😉

Schreibe eine Antwort