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NAS und Co

Externen USB-Datenträgern auf einem Synology NAS feste Kennungen zuweisen

So kannst Du Dein Synology NAS problemlos erweitern.

Synology NAS sind in meine Augen tolle Geräte und wahre Alleskönner. Trotzdem gibt es ein paar Anwendungszwecke, wo man mit dem einen oder anderen Kniff nachhelfen muss.

So ist das z.B. beim Erweitern des Speicherplatzes. Wenn man freie interne Slots/Bays für Festplatten hat, ist das kein Problem. Festplatte rein, Speicherpool und Volume erstellt – fertig.
Problematischer wird es, wenn alle Bays belegt sind und man z.B. mit externen Festplatten den Speicher erweitern will.

Synology schiebt hier einen Riegel vor. Viele Anwendungen sind nur auf „internen“ Laufwerken möglich. Es ist jedoch möglich, externe USB-Datenträger anzuschließen und diese als reines „Datengrab“ in Form eines gemeinsamen Verzeichnisses zu nutzen.

Das reicht zum Beispiel aus, um weitere Festplatten zum Betrieb von mehreren Storagenodes auf dem NAS zu betreiben.

Das Problem: USB-Datenträger kriegen immer neue Bezeichnungen

Wäre da nicht das Problem, dass das Synology NAS sich die angesteckten Laufwerke nicht merkt. Das bedeutet, dass spätestens nach einem Neustart (oder Update) die Bezeichnungen der externen Festplatten jeweils eine andere sein kann. Das ist ärgerlich, wenn man auf einem externen Datenträger einen Backupjob laufen hat, der dann nicht mehr funktioniert.
Das ist besonders ärgerlich, wenn man auf einem externen Datenträger einen Storagenode laufen hat, der keine Fehlermeldung ausgibt, aber keine Daten mehr speichern kann und in der Folge den Status „Disqualified“ erhält.

Die Lösung: USB-Laufwerken feste Bezeichnungen zuweisen

Zum Glück gibt es eine Möglichkeit, externen USB-Laufwerken dauerhaft feste Bezeichnungen zuzuweisen. Im Folgenden erkläre ich Dir das Prozedere Schritt für Schritt.

Voraussetzungen

a) Terminal/SSH-Zugriff aktivieren.
Unter DSM 6.2: Systemsteuerung -> Terminal & SNP -> SSH-Dienst aktivieren.
Tipp: Aus (Pseudo-)Sicherheitsgründen empfehle ich immer, einen individuellen Port anzugeben, statt dem Standardport.

Abbildung 1: Aktivieren des Terminals auf dem NAS.

b) Auf der Konsole/Terminal einloggen
Nun über SSH auf dem NAS anmelden (unter Windows z.B. mit Hilfe von Putty).
Nutze dafür einfach Deinen bestehenden Account aus dem DSM.

Feste Bezeichnungen für Laufwerke eintragen

  1. Auf der Konsole zu folgendem Pfad navigieren: /usr/syno/etc/
    Kommando: cd /usr/syno/etc/
  2. Das File „usbno_guid.map“ öffnen.
    Kommando: sudo vi usbno_guid.map
  3. Jetzt am besten den Inhalt des Files einmal woanders speichern, einen Screenshot machen oder ausdrucken – wichtig ist, dass Du in den nächsten Schritten weißt, welche Nummern/IDs hier bereits stehen.
  4. Neues Laufwerk anstecken. Das NAS weist dem Laufwerk nun eine der Standardbezeichnungen zu. Du kannst das neue Laufwerk unter „Systemsteuerung“ -> „Externe Geräte“ sehen.
  5. Zuordnung der ID zum Gerät.
    Gehen wir nun davon aus, dass das neue Gerät am USB-Anschluss eins des NAS steckt. Es bekommt entsprechend die Bezeichnung „Disk 1“ und „usbshare1“ zugeordnet.
    Nun öffnen wir wieder die usbno_guid.map Datei und finden eine neue Zuordnung nach dem Schema 1=12345678910AABBCC.
    Kommando: sudo vi usbno_guid.map
    Wichtig ist hier zu wissen: Die Zahl vor dem Gleichheitszeichen entspricht immer der USB-Disk Bezeichnung. In diesem Fall ist die ID des neuen Laufwerks also die hinter dem „1=“.
  6. Änderung der Nummer.
    Nun ändern wir einfach die Nummer vor dem Gleichheitszeichen.
    Ich vergebe immer Nummern über 20, in diesem Fall dann die 22.
    Tipp: Immer eine Nummer verwenden, die größer ist als die Anzahl der physischen USB-Anschlüsse des NAS. Ansonsten wird Dein Eintrag schnell überschrieben!
  7. Jetzt das neue USB-Laufwerk auswerfen und abstecken. Danach kurz warten.
  8. Jetzt das Laufwerk wieder anstecken und voila – es wird als USB-Disk mit Deiner vergebenen Nummer erkannt (in meinem Fall „USB Disk 22“).
    Auch wenn Du das Laufwerk wieder absteckst und neu einsteckst, oder Deine Diskstation neustartest, bleibt es dabei, dass dem USB-Laufwerk immer die gleiche Bezeichnung gegeben wird.

Achtung: Es kann durchaus sein, dass die Datei/Zuordnung bei einem späteren Update des NAS überschrieben wird. Ich übernehme keine Garantie, dass das Prozedere langfristig funktioniert. Daher sollte man auf jeden Fall ein Backup der usbno_guid.map-Datei an einem anderen Ort aufbewahren.

Wieso geht das nicht einfacher?

Das müsste man Synology fragen 😉
Vermutlich steckt sowohl der vorgesehen Verwendungszeck, als auch etwas Produktpolitik dahinter.
Primär ist das Anschließen von USB-Laufwerken dazu gedacht, kurz Daten von oder auf das USB-Laufwerk zu schieben, oder aber ein manuelles Backup zu machen.

Für sämtliche andere Aufgaben gibt es die internen Slots. Und hier will Synology natürlich auch die eigenen größeren Modelle (und nicht zu vergessen, die Expansion Units) verkaufen.
Sprich: Man soll natürlich zum Aufrüsten größere NAS-Modelle oder Expansion-Units kaufen, anstatt einfach en Masse USB-Laufwerke zu verbinden 😉

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