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Technik und Hardware

Meine Erfahrung mit Shadow Cloud-Gaming

Oder: Kann Shadow.Tech einen Gaming-PC ersetzen?

Alle 2-3 Jahre muss ein neuer Gaming-PC her um die aktuellen Top-Games zocken zu können? Für mehrere hundert bis tausend Euro? Das ist durchaus so gewesen. Mit dem Zeitalter schneller Internetverbindungen tut sich aber eine Alternative auf: Cloud Gaming. Also Gaming in der Cloud. Dabei läuft das eigentliche Spiel auf Hochleistungshardware in einem Rechenzentrum, während dein Endgerät ein 5 Jahre altes Laptop – oder sogar ein Smartphone – sein kann.

Update 11. März 2021: Anfang März 2021 hat Shadow (bzw. die Betreiberfirma Blade) in Paris Insolvenz angemeldet. Auch über die US-Firmierung läuft ein Insolvenzverfahren in Kalifornien.
Quelle: heise.de

Gerüchten zufolge bringt sich OVH in Stellung, Shadow zu übernehmen.
✅ Nie mehr Gedanken um aktuelle Hardware und Aufrüsten machen
✅ Ökologisch: Durch geteilte Ressourcen werden schnelle GPUs und CPUs optimal ausgenutzt
✅ Verfügbarkeit: Der Cloud-Gaming-PC ist auf vielen Endgeräten verfügbar
✅ Preis/Leistung: Kein Zwang hunderte Euro in Hardware zu stecken 

Was ist Cloud Gaming?

Cloud das ist so ein Buzzword. Alles wandert in “die Cloud”. Von Kalendern über Fotos bis hin zu Buchhaltung, Backups und so weiter. Aber was wäre, wenn die Cloud viel mehr kann als nur stumpfes Abspeichern von Daten? Wie wäre es, wenn die Cloud so leistungsfähig ist, dass ich meine Computerspiele dort laufen und berechnen lassen kann, das Bild aber letztlich auf meinem Endgerät dargestellt wird? Ein toller Gedanke!

Das ist Cloud Gaming:

Das Prinzip ist also ganz einfach: Wir haben unseren Gamer, nennen wir ihn einfach Dirk. Der Gamer schickt seine Steuerungsbefehle z.B. “Laufe nach Rechts” vom Gamepad zu den Servern des Cloud-Gaming-Anbieters. Auf den Servern des Anbieters läuft das eigentliche Game, die Steuerungsbefehle werden verarbeitet und das Bild, welches man auf dem Computerbildschirm sieht, berechnet. Das Ergebnis wird dann über die Internetverbindung als Videostream auf den Bildschirm von Dirk übertragen und dort angezeigt. Dirk benötigt dafür eine schnelle Internetverbindung.

Bild 1: Funktionsschema des Cloud-Gamings.

Was ist Shadow.Tech?

Shadow.Tech ist ein Dienstleister, der Cloud-Gaming anbietet. Shadow.Tech stellt dir also gegen eine monatliche Miete einen leistungsfähigen Windowsrechner in der Cloud zur Verfügung. Du verbindest dich mit einem Client-Programm von deinem Endgerät mit dem Shadow.Tech-Rechenzentrum und in wenigen Sekunden ist dein Computer gestartet. Du kannst den Computer ab dann benutzen, wie jeden anderen Windows-Computer auch – und vor allem darauf zocken 😉

Wie funktioniert Shadow.tech?

Shadow.Tech funktioniert im Prinzip nach dem klassischen Ansatz des Cloud-Gaming: Ein Client auf dem Endgerät des Benutzers zeichnet die Steuersignale, also Tastatureingaben, Controllerbefehle, Mausbewegungen auf und überträgt die Befehle an ein Rechenzentrum. In diesem Rechenzentrum läuft auf Servern eine Windows-Instanz, die die Steuerungsbefehle entgegennimmt.

Welche Spiele kann man mit Shadow.Tech spielen?

Alle Spiele, die auf einem Windows-Computer laufen! Du erhältst von Shadow.Tech einen virtuellen Windows-Computer, auf dem du deine Spiele installieren kannst. Ob Steam, uPlay, Origin. Was auf deinem PC läuft, läuft auch bei Shadow. Nur, dass Du . Das ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Cloud-Gaming-Diensten wie z.B. Google Stadia.

Meine Erfahrungen mit Shadow.Tech, oder: Cloud Gaming in der Praxis

Die Ausgangsposition: Ich habe viele Endgeräte zuhause. Vom iPhone und FireTV-Stick über Raspberry Pi, ein Chromebook bis hin zu einer Windows VM und einem Mac. Keines dieser Geräte hat von Haus aus genug Leistung anspruchsvolle Computer-Games abzuspielen. Mit Shadow.Tech soll das ja gehen. Also, wie schlagen sich die Geräte – und vor allem Shadow.Tech in der Praxis?

Der Anmeldeprozess

Logisch. Um Shadow.tech nutzen zu können, musst du dich zuerst bei dem Anbieter registrieren und ein Paket buchen bzw. Abo abschließen. Und hier ist auch schon das erste Problem. Das Interesse ist größer, als Shadow.tech die eigene Infrastruktur ausbauen kann. Das Resultat sind lange Wartezeiten, bis der Shadow-PC bereitgestellt wird. Aktuell muss man ca. 6(!) Monate warten (Stand Januar 2021). Die erste Zahlung von 12.99€ wird trotzdem bereist geblockt. Weitere Monatsbeiträge werden natürlich aber erst nach Freischaltung des Accounts fällig.
Man zahlt den monatlichen Beitrag also natürlich nicht über die gesamte Wartezeit 😉

Bild 2: Startseite zur Anmeldung bei shadow.tech.

Ist man freigeschaltet, kann man auch direkt starten. Zunächst muss man sich für sein Endgerät den passenden Client herunterladen. Theoretisch ist hier kaum eine Grenze gesetzt. In der Praxis gibt es aber die eine oder andere kleine Enttäuschung 😉

Bild 3: Downloadseite der Clients für verschiedene Endgeräte und Betriebssysteme.

Startschwierigkeiten: Die Mindestanforderungen an Endgeräte

Endlich habe ich meinen Account! Natürlich möchte ich sofort alles ausprobieren und loszocken!

Shadow Tech funktioniert nicht auf Chromebooks

Da meine Tochter gerade im Zimmer mit dem “großen” PC schläft, muss das Chromebook im Wohnzimmer (Acer Chromebook 314) für den ersten Test herhalten. Also Android-App installiert, gestartet und: Enttäuschung.
Auch der Linux-Client lässt sich nicht nutzen. Shadow.tech lässt sich also aktuell nicht auf Chromebooks nutzen. Vermutlich ist es ein Treiberproblem. Die Shadow-Entwickler arbeiten – schon seit einer ganzen Weile – an einer Chromebook-Integration. Absehbar ist hier aber nichts. Man kann der Zielgruppe der Chromebook-Nutzer aktuell – obwohl sie perfekt in die Zielgruppe passen – aktuell nichts anbieten. Reddit ist voll von Diskussionen zu diesem Thema.

Sonderfall: Gaming auf einem Synology NAS

Ich nutze für meinen “Arbeits”-Computer eine virtuelle Windows 10 Maschine, die auf meinem Synology NAS (DS3018xs) läuft. Das NAS steht im Keller und in jedem Raum kann ich mich mit einem ThinClient mit der VM verbinden – toll. Das Ganze läuft auch sehr flüssig. Einziges Problem: Das NAS besitzt keinen Grafikchip, daher verfügt auch die VM nur über eine virtuelle Grafikkarte. Leider lässt sich Shadow hier nicht starten.

Die Installation klappt problemlos, Starten lässt sich Shadow aber nicht, sondern quittiert mit Fehler R-0x4 den Dienst. Über den Fehler ist leider nicht viel zu finden. Ein wenig Recherche hat jedoch ergeben, dass das Problem offensichtlich die virtuelle Grafikkarte ist (die die Mindestanforderung an Direct X nicht erfüllt).

Bild: Fehlermeldung beim Start von Shadow.tech in virtueller Windows 10 Maschine mit virtualisierter Grafikkarte.

Ich bleibe hier auf jeden Fall am Ball, falls sich eine Lösung ergeben sollte 😉 Bis dahin gibt es leider kein sinnvolles Gaming auf einer VM auf einem Synology NAS.

Shadow Tech auf einem Mac-Client

Ok, also heißt es abwarten bis meine Tochter ausgeschlafen hat und ich an den “großen” Computer kann 😉
Also flink den Mac-Client heruntergeladen und installiert. Auch hier wird nach der Installation zunächst die Internetverbindung überprüft – passt.

Der Installationsprozess auf dem MAC:

Also Logindaten angegeben, auf einloggen geklickt. Funktioniert. Ich werde immer nervöser. Der “Shadow starten”-Button zum Starten und Verbinden der virtuellen Maschine erscheint. Geklickt. KLAPPT!

Ich bin nun also mit meinem Shadow-PC verbunden. Mein erster Gedanke (auch im Vergleich zu meiner VM auf dem Synology-NAS, wo ich mich mittels RDP verbinde): “WOW, ist das flüssig! Und die Auflösung ist ja auch super”.

Funktioniert, aber kein Gaming-Erlebnis: Shadow auf dem iPhone (iOS)

Mit der iOS-App hat die Verbindung mit meinem Shadow-PC auf Anhieb geklappt.
Einfach die App aus dem Appstore laden, sich mit dem eigenen Account anmelden (ein neues Gerät muss zuerst mit einem per Mail zugeschickten Code authentifiziert werden) und los gehts.

Die App bietet eine ganze Reihe an Einstellungsmöglichkeiten:

  • Bildschirmauflösung
    – 1280×720
    – 1792×818
    – Automatisch an Bildschirm anpassen
  • Bildfrequenz
    – 30 FPS
    – 60 FPS
  • Bandbreite
    – 1 Mb/s
    – 3 Mb/s
    – 5 Mb/s
    – 10 Mb/s
    – 15 Mb/s
    – 20 Mb/s
    – 30 Mb/s
    – 40 Mb/s
    – 50 Mb/s
    – 70 Mb/s

Sobald sich die App mit dem Shadow-PC verbindet, wechselt die Anzeige übrigens in den Landscape-Modus. Sinnvoll, denn selbst so ist es schon schwierig, den Desktop-PC zu steuern. Richtiges Gaming-Erlebnis kommt so natürlich nicht auf. Mehr als eine Notlösung ist der Zugriff per Smartphone daher nicht, aber es ist beruhigend so z.B. auch im Urlaub im Notfall auf den “eigenen” Computer zugreifen zu können 😉

Die iOS-App von Shadow in Bildern:

Das Kennenlernen: Die technischen Daten meines Shadow-PC

Kurz und knapp, die wichtigsten Daten:
CPU: INTEL Xeon E5 2678 v3 @2,5GHz
GPU (Grafikkarte): NVIDIA GeForce GTX 1080
RAM (Arbeitsspeicher): 12GB
Festplatte: 256 GB
Betriebssystem: Windows 10 Home

Noch mehr Leistung? Upgrades sind geplant.

Wem die Leistung des “Shadow-Boost” PCs nicht reicht, der kann später upgraden. Folgende Upgrade-Varianten sind geplant:

Shadow Boost (Standard)Shadow UltraShadow Infinite
CPU3,4 GHz (oder gleichwertig)
4 Kerne, 8 Threads
4 GHz
4 Kerne, 8 Threads
4 GHz
6 Kerne, 12 Threads
GPU (Grafikkarte)GeForce GTX 1080 (oder gleichwertig)GeForce RTX 2080 (16GB VRAM)
oder gleichwertig
Titan RTX (24GB VRAM)
oder gleichwertig
Arbeitsspeicher12 GB16 GB32 GB
Festplatte256 GB512 GB1 TB
Tabelle: Gegenüberstellung des Standard Shadow-PCs und möglicher Upgrades.

4K-Auflösung über VDSL? Was sagt die Latenz?

Ich nutze einen VDSL 100 Anschluss, habe also ca. 100Mbit/s Download-Speed und 50 Mbit/s Upload-Speed. Meine Verbindungseinstellungen habe ich von der Shado-Tech-App vornehmen lassen (Verbindungstest). Ist damit 4K Auflösung und eine ordentliche Latenz möglich? Ja!

Im Idle-Desktop komme ich auf eine Latenz von ca. 19ms. Eine flüssige Bedienung ist hier sogar bei einer genutzten Bandbreite von unter 10 MBit/s möglich. Das wird dadurch erreicht, dass die Anzahl an Frames per Second (FPS) von der Software massiv gedrosselt wird (Siehe Screenshot). So müssen weniger “Bilder” und damit weniger Daten übertragen werden.

Bild: Shadow bietet ein tolles eigenes Tool für Einstellungen und Statistiken.

Und wie sieht es mit Videostreaming a la Youtube und Netflix aus? Testen wir es!
Aber wir wollen nicht kleckern, sondern klotzen. Also YouTube angeschmissen und ein 4K-Video gestartet.

Bild: Ansicht der Datenübertragung und FPS. Im Hintergrund läuft ein 4K-Video auf Youtube.

Benchmark auf Herz und Nieren: Geekbench und 3D-Mark

Nun schauen wir mal, welche Leistung das System beim Gaming bringt bzw. bringen kann und wie sich die einzelnen Komponenten sowie das Gesamtsystem bei benchmarks schlägt.

Geekbench

Dem einen oder anderen wird Geekbench ein Begriff sein. Geekbench ist eine Benchmarksoftware, die die Leistung von Prozessoren testet und in Form eines Punktescores bewertet. So lässt sich die CPU des Shadow-PCs vergleichen.

Die Ergebnisse in Kürze:

Geekbench 5 Single-Core ScoreGeekbench 5 Multi-Core ScoreGeekbench 5 Compute Score (OpenCL)
660351151847
Tabelle: Die Geekbench-Scores des Shadow-PC.
Bild: Das Detailergebnis und der Geekbench-Score meines Shadow-PC.
Bild: Das Detailergebnis und der Score des Geekbench 5 OpenCL-Scores.

Weitere Ergebnisse und der Ablauf der Bechmarks im Detail:

3DMark

Mindestens genauso wichtig ist jedoch die Performance, was das Gaming angeht. Neben dem subjektiven Empfinden – und das ist absolut flüssig – lassen wir auch hier die nackten Zahlen sprechen und lassen da System durch 3DMark, eine Benchmarksoftware, die explizit die Spieleleistung des Systems bewertet, testen.

Der 3DMark Score im Detail:

Time Spy PunkteGrafik PunkteCPU Punkte
622771073660
Tabelle: Die 3DMark Ergebnisse/Scores auf einen Blick.
Bild: Das Ergebnis des 3DMark Benchmarks.
Der Flaschenhals ist wohl der Speicher

Shadow-Tech wird regelrecht überrannt. Da ist es wichtig, so zu skalieren, dass die Leistung für die bestehenden Kunden erhalten bleibt und die Systeme die notwendige Leistung bringen. Das scheint Shadow gut zu gelingen. Trotzdem gibt es auch bei meinem Shadow-PC einen Flaschenhals. Und das ist der Speicher. Zwischendurch gönnt sich das System einige Augenblicke Bedenkzeit in der die HDD auf 100% Auslastung arbeitet und der Wait der CPU hochschnellt. Die CPU kann hier ihre Leistung also nicht ausspielen. Vielleicht ist der im Hintergrund arbeitende Speicherserver bei Shadow am Limit bzw. kam mit der Menge an IOPS nicht immer zurecht. Auf jeden Fall könnte man hier noch mehr Leistung aus dem Gesamtsystem herausholen.

So ist es z.B. auch der Fall, dass die pfeilschnelle Anbindung bei einem Download die Festplatte vollkommen auslastet (und ggf. der Download sogar durch die HDD ausgebremst wird?).

Bild: Festplatte meines Shadow-PC komplett ausgelastet (während eines Downloads).

Pfeilschnelle Anbindung

Beeindruckend ist die Anbindung bzw. die dem System zur Verfügung stehende Bandbreite von nahezu 1 GBit/s. Bei näherem Hinschauen ergibt das auch Sinn: Der Shadow-PC profitiert hier davon, dass er in einem Rechenzentrum mit einer entsprechenden Bandbreite steht.
Für die meisten Nutzer wäre eine derartige Bandbreite die nur mit Glasfaseranschlüssen zu erreichen (oder zumindest temporär mit Pseudo-Glasfaser im Kabelnetz) ist ansonsten wohl eher Utopie 😉

Bild: Speedtest (Speedtest.net) innerhalb des Shadow-Tech-PC.

Mein Shadow-PC in der Praxis: Welche Games laufen auf welchen Einstellungen?

Was bringen die besten technischen Daten, wenn es in der Praxis zu Rucklern kommt? Das wollte ich natürlich wissen. Also habe ich einige aktuelle Spiele ausgetestet. In der folgenden Tabelle ist sind jeweils die höchsten Einstellungen angegeben, de flüssig gelaufen sind.

GameEinstellungen
GTA 5Hoch (nicht sehr hoch!)
The Elder Scrolls: SkyrimHöchste Einstellungen
FortniteHöchste Einstellungen
Anno 1800Höchste Einstellungen
CS:GoHöchste Einstellungen
Tabelle: Höchste Einstellungen, die auf einem Shadow-PC flüssig spielbar sind.

Aber bitte mit Kabel?!

Shadow.Tech empfiehlt ganz klar die Anbindung des Client-Computers über ein LAN-Kabel. Sollte dies nicht möglich sein, wird ein aktuelles 5GHz WLAN empfohlen. 2,4GHz wird nur als suboptimale Alternative genannt. Ich will wissen, ob der Unterschied wirklich so groß ist und ob sich auch mit einem 2,4GHz WLAN Netzwerk der Shadow-PC flüssig bedienen lässt.

Mein Ergebnis: Subjektiv gibt es tatsächlich Unterschiede. In einem 2,4GHz WLAN kommt es immer wieder zu Microrucklern und zumindest gefühlt zu einer höheren Latenz. Ein 5GHz WLAN und eine LAN-Anbindung nehmen sich dagegen subjektiv nicht viel.

Aber was sagen die Zahlen?

2,4GHz WLAN5GHz WLANEthernet/LAN
Latenz
Bandbreite
Tabelle: Vergleich der Verbindungsarten des Client-Computers (Latenz und Bandbreite).

Welche Kosten entstehen?

Die Kostenstruktur ist überschaubar. Für einen Shadow-Account fällt eine monatliche Gebühr von 12.99€ an. Zusätzliche Upgrades (die es aktuell noch nicht gibt) ziehen eine zusätzliche Monatsgebühr nach sich.

Ein weiterer Leistungstest: Video-Aufzeichnung mit Audials Video

Das Aufzeichnen von Videostreams (beispielsweise von YouTube oder auch Streamingdiensten zum Zwecke einer Privatkopie) ist eine sehr leistungshungrige Anwendung.

Besonders die Software “Audials Video” ist berüchtigt für ihren Ressourcenhunger. Ich habe es bisher auf meiner VM nicht geschafft hier eine flüssige Aufnahme eines YouTube-Videos anzufertigen. Zugegeben habe ich in der VM aber auch (wie oben beschrieben) keine richtige GPU. Die CPU ist also zu schwach, das Transcoding und Recording zu leisten.

Aber wie schlägt sich hier der Shadow-PC?

Kurz und knapp: Super! Auf Anhieb gelingen (selbst ohne GPU-Beschleunigung) flüssige Aufnahmen eines YouTube-Streams. Die CPU hat genügend Leistung um hier flüssige Aufnahmen zu erstellen. Hut ab!

Meine persönlichen Daten in der Cloud?

In der Tat ein Punkt der mir etwas Bauchschmerzen bereitet und aufgrunddessen ich meinen “Home-PC” nicht zu Shadow.Tech auslagern werde. Ich fühle mich einfach unwohl dabei, meine privaten Daten auf einem virtuellen PC in der Cloud zu speichern. Primär aus folgenden Gründen:

  • Jede virtuelle Maschine (wie Shadow eine ist) kann vom Hostsystem aus überwacht und eingesehen werden
  • Damit geht einher, wenn Shadow.Tech kompromittiert wird, ist theoretisch auch mein Computer kompromittiert
  • Wer meine Zugangsdaten hackt, der hat alle meine Daten auf dem Silbertablett

Natürlich verspricht Shadow, dass die Nutzerdaten nicht angerührt werden und die Privatsphäre sowie Datenschutz sichergestellt ist. Das nehme ich dem Unternehmen auch ab. Aber es muss ja gar keine absichtliche Schnüffelei des Anbieters sein, es reicht, wenn dieser kompromittiert wird, meine Zugangsdaten gehackt werden, sich (Aluhut auf) ein Geheimdienst einklinkt (Aluhut ab) usw.

Die Lösung könnte für mich daher sein, dass ich meinen lokalen heimischen PC erhalte, ich jedoch Dienste wie Steam Link nutze, um ausschließlich meine Games auf dem Shadow-PC auszuführen. Alternativ könnte ich auch einfach meinen Shadow-PC nur hochfahren, wenn ich zocken möchte. Meine persönlichen Daten bleiben in jedem Fall lokal.

Wer den Shadow.Tech-Computer als seinen Hauptrechner nutzen möchte, der könnte auch den folgenden Weg probieren:

Der Vergleich: Shadow.tech vs. Google Stadia

Gegenüberstellung auf dem Papier:

Shadow.TechGoogle Stadia
Preis12.99€kostenlos (9.99€*)
SpieleAlleNur im Katalog verfügbare Spiele
Spiele im Abo enthalten?NeinJa
Maximale Auflösung (Stream)4K4K
Mindestanforderung Bandbreite15 Mbit/s10 Mbit/s
Geräte/ClientsWindows, Mac, Linux, iOS, AndroidPC mit installiertem Chrome-Browser, iOS, Android, Chromecast, Stadia-Controller
Probeabo möglich?NeinJa, einen Monat
Tabelle: Gegenüberstellung von Shadow.Tech und google Stadia.

*Für Stadia- Pro. Stadia ist kostenlos für Spiele nutzbar, deren Vollversion du im Stadia-Shop erworben hast.

Fazit: Die Vorteile und Nachteile von Cloud-Gaming

Vorteile Nachteile
✅ Günstiger Einstieg❌ Ohne (schnelles) Internet geht nichts
✅ Auf vielen Endgeräten nutzbar❌ Ein Flatrate-Tarif ist wichtig
✅ Keine teuren Upgrades alle X Jahre❌ Abhängigkeit vom Anbieter, keine Übertragbarkeit zwischen Anbietern
✅ Teilweise inkludierte Spiele❌ Latenz und Lag trüben das Spielvergnügen
✅ Beste Grafik dank leistungsfähigster Hardware
Tabelle: Auflistung der Vor- und Nachteile von Cloud-Gaming.

Weitere oft gestellte Fragen zu Cloud-Gaming bzw. Shadow.tech

Was gibt es für Shadow.tech-Alternativen?

Die Alternativen sind aktuell noch relativ rar. Daher auch der große Ansturm auf Shadow.tech.
Eine ähnliche Dienstleistung bietet Paperspace.com an. Einen etwas anderen Ansatz verfolgt google Stadia. Hier wird kein kompletter Windows-Rechner virtualisiert und ausgeführt, sondern nur das jeweilige Game.
Ebenfalls wichtige Cloud-Gaming Anbieter sind GeForce Now, PlayStation Now, Mirosoft xCloud.

Was kostet Shadow.tech?

Shadow Tech kostet 12,99€ monatlich im Abo. Es gibt keine kostenlose Testversion. Seit kurzem können Upgrades dazu gebucht werden:
-> Shadow Ultra
-> Shadow Infinite

Gibt es eine kostenlose Version?

Nein, eine kostenlose Version oder Testversion wird nicht angeboten.

Welche Bandbreite/Internetverbindung braucht man?

Es wird eine stabile Internetverbindung mit mindestens 15 Mbit/s Bandbreite empfohlen. Beim Zocken in 4K Auflösung werden auch mal bis zu 70 Mbit/s Bandbreite erreicht.

Wie ist die aktuelle Shadow.Tech-Wartezeit?

Die aktuelle Wartezeit beträgt ca. 6(!) Monate. Stand Januar 2021.

Welche Grafikkarte bzw. welche GPU hat der Shadow-PC?

Die Standard-Variante eines Shadow-PCs ist der Shadow-Boost Plan. Dieser inkludiert eine GeForce GTX 1080 (NVIDIA).

Ist Krypto-Mining erlaubt?

Nein! Es klingt verlockend: Leistungsfähige Hardware, die 24/7 läuft für einen festen Monatspreis, der noch dazu eher günstig ist. Krypto-Mining ist aber klipp und klar in den Nutzungsbedingungen untersagt, letztlich ist das Shadow-Angebot (natürlich) eine Mischkalkulation. Wer Krypto-Mining anwirft, wird gesperrt.

Kann ich den Shadow-PC upgraden?

Jein. Upgrades sind geplant und in anderen Ländern bereits verfügbar. In Deutschland kann man aktuell (Stand Januar 2021) noch nicht upgraden. In Zukunft wird man die CPU, die GPU und den Speicher upgraden können.

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